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Pleinair 2017 small

Pleinair
02. bis 09. Juli 2017


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Bei genauerer Betrachtung sind die Essensstände aber doch in der Unterzahl. Es regieren Künstler und Handwerk. Wobei sich bei Arthur Felger beides zu vereinen scheint. Der Gastronom mit dem breiten, offenen Lächeln profiliert sich seit fast sieben Jahren als einer der angesehensten Gemüse- und Früchteschnitzer Europas. Unter seinem kleinen Pavillon an den kühlenden Gemäuern der Johanneskirche sitzt der kulinarische Künstler über einen Rettich gebeugt und bearbeitet die Rübe mit feinen Meißeln und Messern. 

„Jetzt werde ich dem Paradiesvogel ein paar Augen verpassen“, dokumentiert er seine filigrane Arbeit und schmückt das Gemüsetier mit einem Paar Augäpfeln aus Karotte und Pfefferkörnern. Diese außergewöhnliche Attraktion kommt gut an. „Ich konnte hier in den letzten vier bis fünf Jahren schon einige Aufträge an Land ziehen“, sagt Arthur Felger. Mit seiner vegetarischen Schnitzkunst stattet der Weißenfelser Galas und Bankette aus. 

Auch die Organisatoren sind sehr zufrieden. Peter Hänke rührt das Fest seit acht Jahren mit ein. „Letztes Jahr konnten wir mit 12000 Besuchern einen neuen Rekord verbuchen, und auch dieses Jahr erwarten wir so viele Schaulustige“, verkündet der 66-Jährige. Was als Hinterhofmarkt dreier Gewerbetreibender von Luther- bis Robert-Kochplatz begann, hat sich zum zweitgrößten Spektakel in Meißen entwickelt, einzig übertroffen vom Weinfest. Heute hält der Hafenstraße e.V. das Zepter in der Hand und betreut das Gelände mit zahlreichen freiwilligen Helfern. 

„Aber“, fügt Peter Hänke hinzu, „ohne die großartige Unterstützung von Stadt und Kirchgemeinde wäre diese Entwicklung nicht möglich gewesen.“ Oberbürgermeister Olaf Raschke setzt sich als Schirmherr für das Kunstfest in Cölln ein. Insgesamt postierten sich an diesem Maiwochenende 155 Stände und Künstler auf dem Lutherplatz, der Johannesstraße und in den 13 anliegenden Objekten. 
Unter ihnen die Naustädter Glaskünstlerin Henriette Preuß. Im Schatten ihres Zeltes demonstriert sie den Schaulustigen am Brenner mit viel Fingerspitzengefühl ihr beeindruckendes Handwerk. Gläserne Kolibris und Spinnen mit hauchdünnen Gliedern ziehen viele Interessenten an. 

Theater und Literatur dürfen bei einem Kunstfest nicht zu kurz kommen. So gewährten am Sonnabend die Meißner Schriftsteller Károly Gerner und Angelika Hänke spannende Einblicke in ihre Geschichten aus der Domstadt. Es fand sich eine große Hörerschaft ein, sodass die Galerie des indischen Ladens „Das Tor“ vorübergehend keinen Besucher mehr aufnehmen konnte. Im Theaterzelt am Johannesstift verfolgten die jungen Gäste gespannt Stücke von Meißner Schaustellern. Zum Höhepunkt am späten Samstagabend ließ der Zauberkünstler Peter Falk ein fulminantes Höhenfeuerwerk in die Lüfte steigen.

Quelle: (SZ vom 07.05.2013)